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- 7.3.2010: Die Tradition des Vipassana von S. N. Goenka und ihre "reine Technik" des Buddha
- 6.11.2009: Der westliche Buddhismus nimmt Gestalt an: ein entscheidender weiterer Schritt
- 1.10.2009: Worauf kommt es mehr an: Meditation oder achtsame Lebensführung?
- 11.6.2009: Bhante Vimalaramsis wahre Lehre des Buddha, die „Ruhige Weisheits-Meditation“
- 1.4.2009: Was bedeuten die buddhistischen Sammlungszustände?
- 18.3.2009: Welche Rolle hat der Lehrer für den spirituellen Fortschritt?
- 22.2.2009: Sind die tiefen Konzentrationszustände "Jhânas" für die Befreiung notwendig?
- 3.11.2008: Des Kaisers Neue Kleider
- 17.10.2008: "Finanzkrise" alias Wertekrise
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Archiv der Kategorie Die Achtsamkeits- bzw. Einsichtspraxis Vipassanâ
Die Tradition des Vipassana von S. N. Goenka und ihre “reine Technik” des Buddha
7.3.2010 von admin.
Dieser Beitrag ist Teil einer größeren entstehenden Arbeit zur Achtsamkeitspraxis Vipassana. Der Teil wird hier aus den folgenden Gründen publiziert:
* Die Tradition des Inders S. N. Goenka repräsentiert eine einflussreiche heutige Richtung des Vipassana. Sie ist etwa durch eine Monopolisierung des Begriffs “Vipassana” charakterisiert, in Form der wissenschaftlich unbelegten Ansicht, dass der historische Buddha ausschließlich die von dieser Richtung vertretene Methode gelehrt habe. So spricht Goenka etwa auf den einführenden Zehntageskursen mehrfach von der reinen Technik „pure technique“ des Vipassana und beschreibt einen Buddha, der diese “Technik” als das Mittel zur inneren Befreiung verbreitet habe. Es impliziert, dass andere Ansätze des Vipassanâ Abweichungen von der Lehre des historischen Buddha wären. In keiner anderen Tradition des Vipassana wird ein solcher Anspruch erhoben, alleine die Methode des Buddha zu vermitteln. Der folgende Text zeigt, woher dieser Anspruch in Wahrheit kommt.
* Die von der Tradition von S. N. Goenka betriebene Monopolisierung beeinflusst die Praktizierenden dieser Richtung, die unter diesem Einfluss stehend davon ausgehen, dass “Vipassana” alleine dasjenige umfasse, was sie dort praktizieren und lernen.
* Außerdem werden Außenstehende in diesem Sinne beeinflusst. Sie übernehmen diese besondere Sicht vom Vipassana zum Beispiel aus dem Einführungsbuch in die Methode von S. N. Goenka oder aus PR-Maßnahmen der Tradition.
Es sind mir zu beiden Fällen diverse Beispiele persönlich bekannt.
* Je größer diese Tradition des Vipassana wird, desto mehr verbreitet sie ihre Sicht. Deshalb erscheint das Korrektiv einer Diskussion wie mit dem folgenden Text sinnvoll und notwendig. Wissenschaftlich betrachtet ist Vipassana der Überbegriff über die größte Praxisform des frühen Buddhismus Theravâda, die eine breite Palette unterschiedlicher methodischer Ansätze umfasst.
* Die Monopolisierung des Begriffs “Vipassana”, das heißt jener gewisse Reinheits- bzw. Alleingeltungsanspruch, sowie eine bestimmte Organisationsstruktur dieser Tradition (vgl. unten) bringen es mit sich, dass deren Lehrende und Praktizierende eine ihnen häufig von außenstehenden Beobachtern zugeschriebene “Enge” des Denkens zeigen.
Sinnvolle und öffnende Diskussionen werden dort nicht oder lediglich in geringem Maße geführt. Die gewisse Diskussionsfeindlichkeit wird mit Ablenkung von der Praxis begründet, ist aber eher als Schutz vor dem Reflektieren derjenigen Ansichten und Prämissen zu verstehen, in welche die spezifische Meditationsmethode der Tradition eingebettet ist.
Vorweg möchte ich hier noch Folgendes betonen:
Es geht mir nicht um einen Angriff, weil ich mir der vielen positiven Aspekte dieser Tradition bewusst bin. Es geht mir um einen Prozess, der den negativen Aspekten dieser Tradition entgegenwirkt, weil sie ohne diese negativen Aspekte bloß gewinnen würde. So ist zum Beispiel mit meinem Kursbuch Vipassana neben anderen Richtungen auch diese Richtung positiv beschrieben worden.
Wenn ich die folgende Analyse der Tradition von S. N. Goenka vornehme oder mit einem anderen Blogeintrag Kritik gegenüber der Lehre von Bhante Vimalaramsi übe, mache ich es aus Wertschätzung für die stark praxisorientierte Bewegung des Vipassana generell und für die ihr zugrunde liegende Lehre des Buddha. Denn diese verträgt sich sich nicht mit Einseitigkeit oder Enge des Denkens. Die Kritik gegenüber den Stellungnahmen zu der vollen Nonnenordination im entsprechenden Blogeintrag hat den gleichen Grund.
Es würde der Praxis und Lehre des Buddha laut den alten Quellen im Abendland bloß zugute kommen, wenn Einseitigkeit des Denkens in Form von Alleingeltungsansprüchen (wie in den beiden eben erwähnten Vipassana-Traditionen), die im Vergleich zu den alten Quellen unhaltbar sind, oder Patriarchalismus und Bedachtsein auf eigene Privilegien (wie hinter den genannten Stellungnahmen zur vollen Nonnenordination) nicht wären.
Anzumerken ist hier auch, dass diese Kritik sich im großen Religionsvergleich auf relative Kleinigkeiten bezieht. So sind die eben monierten Alleingeltungsansprüche moderat im Vergleich etwa zum Alleingeltungsanspruch des Katholizismus, der auf dem durch Bibelstellen begründeten Dogma beruht, die überlegene Kirche bzw. die einzig heilführende Religion zu verkörpern und einen entsprechenden Missionsauftrag zu haben.
Die Gliederung des folgenden Beitrags:
Einleitung
Ein substanzorientierter Reinheitsbegriff
Weitere Ausdrucksformen der besonderen Reinheitssicht
Der alte Bestand an Sankhâras
Die Vorteile der Technik
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Bhante Vimalaramsis wahre Lehre des Buddha, die „Ruhige Weisheits-Meditation“
11.6.2009 von admin.
Bhante Vimalaramsi ist ein im deutschsprachigen Raum zunehmend aktiver amerikanischer Vipassana-Lehrer, der immer wieder behauptet, er vermittle ganz getreu die Lehre des Buddha, wie sie in den Redensammlungen des Pali-Kanon erscheine.
In diesem Kontext greift er andere Vipassana-Lehrende vor allem aus der Tradition von Mahasi Sayadaw an, die sich mit ihrem Ansatz nicht bloß auf die Reden des Buddha im Pali-Kanon, sondern auch auf die spätere Kommentarliteratur stützen.
Wie steht es also um diese Treue zu den Reden des Buddha im Pali-Kanon, die Bhante Vimalaramsi so sehr für sich beansprucht?
Im Folgenden kommt eine Kommunikation darüber zwischen einem guten Freund, der anonym bleiben will, und mir.
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Sind die tiefen Konzentrationszustände “Jhânas” für die Befreiung notwendig?
22.2.2009 von admin.
Vorwort:
Im Folgenden erscheint eine Diskussion über die Stellung der konzentrativen Vertiefungen “Jhanas” in der Lehre des historischen Buddha, wie sie mit den ältesten vollständig überlieferten Redensammlungen im Pali-Kanon des Theravâda überliefert worden ist.
Die Diskussion dreht sich um die Kernfrage, ob laut den alten Reden des Buddha die konzentrativen Vertiefungen “Jhânas” für die befreienden Einsichten notwendig sind. Der Diskussionspartner, der anonym bleiben möchte, vertritt diese Ansicht. Ich teile sie nicht.
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